Motive

In Engberdings Motivwahl verschränken sich Vergangenheit und Gegenwart unauflösbar. Mythologische und archaische Bilderschriften als symbolhafte Kürzel, die ihren Ursprung zum Teil in Animismus und Gotteskult haben, stehen neben- und übereinander. Dabei wird deutlich, wie bedrohlich tief die Kluft zwischen spirituellem Erlebnis und instrumenteller Vernunft in unserer Zeit inzwischen geworden ist. Zugleich gewinnt eine undogmatische und ganzheitliche Weltreflexion bildhafte Gestalt, die wieder den Namen "Naturphilosophie" verdient.

Vision

"Meine Kunst beschäftigt sich mit Aspekten menschlicher Kommunikationund zwar benutze ich alte Schriftsymbole verschiedener Kulturen, die zu einem großen Teil für "Mensch" und auch für "Göttlichkeit" stehen. Mich fasziniert der Formenreichtum. Es gibt Dutzende völlig unterschiedlicher Interpretationen dieses Themas. Für mich sind sie ein Teil der Menschheitsgeschichte, eine erste abstrakte Ausdrucksform. Sie repräsentieren das, was den Menschen alter Kulturen wichtig war. Die Formen an sich aus der Zweidimensionalität zu holen und sie als Skulpturen raumgreifend darzustellen, fand ich spannend. Auf diese Weise bin ich den umgekehrten Weg gegangen, habe diesen Schriftzeichen wieder Körperlichkeit gegeben. Ich verwende gerne Holz, da dessen lebendige Struktur immer noch ein unvorhergesehenes Element hinzufügt."